Ein Zahnimplantat ist eigentlich eine künstliche Zahnwurzel – meist aus Titan–, die in den Kieferknochen eingebracht wird. Die Implantatlänge liegt im Durschnitt zwischen 8-14 mm und der Implantatdurchmesser beträgt 3 bis 5 mm. Das Implantat dient als Träger der unterschiedlichen Komponenten, Aufbauten (die mithilfe kleiner Schrauben befestigt werden), auf dem eine ästhetische Krone oder sonstiger Zahnersatz aufgebaut werden kann. Durch Implantate lassen sich einer oder mehreren Zähne, sogar ganze Zahnbögen ersetzen. In dieser Hinsicht unterscheidet man zwischen festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnersatz. Sogar mit zwei Implantaten kann eine herausnehmbare Zahnprothese vielmehr stabiler sein.  Allgemein lässt sich sagen, dass je mehr Implantate eingesetzt werden, desto bessere Festigkeit und Stabilität sind beim Zahnersatz zu erreichen.

Hierzu ist wichtig festzustellen, obwohl bei einem Implantat keine Karies auftreten kann, bedeutet das nicht, dass Sie später keinerlei Probleme damit haben werden. Die richtige Mundhygiene und die regelmäßige Behandlungen sind unerlässlich.

Es steht uns heutzutage mehrere Art der Implantate und Implantatsysteme zur Verfügung. In unserer Klinik verwenden wir aber zwei Systeme (von zwei Herstellern), aber bei diesen gibt es auch mehrere Implantate (mit unterschiedlichen Formen und Flächen usw.) ja nachdem, welches Implantat gegebenfalls am besten geeignet ist. Allgemein lässt sich zudem sagen, dass hinter den treueren und Premium Zahnimplantaten mehr langjährige Entwicklungs- und Forschungsarbeit steckt, damit diese in den wenigen optimalen Situationen auch Erfolg garantieren (z.B. spezielle Oberflächentechnik um die schnellere Regeneration zu sichern). Bei optimalen Situationen (ein gesunder Patient; ausreichende Knochenmenge-und Qualität; gesundes, festes Zahnfleisch) bieten die günstigeren Implantate auch eine gute Wahl. Wir arbeiten ausschließlich mit Implantaten aus guter Qualität und auf die wir uns verlassen. Für all unsere Implantate geben die Hersteller eine  lebenslange Garantie.

Die Erfolgsaussicht bei der Implantation liegt bei über 99%, was eindeutig ein guter Anteil ist, aber leider nicht 100%. Eine allergische Reaktion ist praktisch ausgeschlossen, jedoch kann in einigen Fällen vorkommen, dass das Implantat sich nicht richtig verknöchert. Das kann auf unterschiedlichen Gründen zurückgeführt werden: Belastung des Implantats (der Patient hat trotz der Warnung seine Zahnprothese benutzt) Rauchen, Infektion, usw. Leider kann es selten dazu kommen, dass die Ursache des Implantatverlustes nicht genau geklärt ist. Der Verlust von Zahnimplantaten bedeutet gar nicht, dass die Behandlung nicht wieder erfolgreich durchgeführt werden könnte. Die häufigsten Risikofaktoren sind vor allem: nicht richtige Mundhygiene, Rauchen, Anweisungen werden außer Acht gelassen, Diabetes, Erkrankung des Immunsystems.

Wichtig ist auch, dass Sie nach der Operation regelmäßig die Kontrolle und die Nähtententfernung wahrnehmen (im Allgemeinen nach 7 bis 10 Tagen nach der Operation, beim Knochenaufbau nach 2 bis 3 Wochen) und bei irgendwelchen Problemen sich unverzüglich an Ihren Zahnarzt wenden.

Wann sollte statt Zahnbrücke ein Implantat gewählt werden? Zum Beispiel wenn nur ein einzelner Zahn fehlt und die Zähne nebenan gesund sind, sowie wenn die Gewebe für den Einsatz des Implantates geeignet sind, wird eine Implantation vorgeschlagen. Falls die benachbarten Zähne schon zerstört sind oder eventuell schon eine Krone aufgesetzt ist – die ersetzt werden sollte – bietet die Zahnbrücke eine einfachere Lösung an. In allen Fällen ist jedoch eine individuelle Behandlung erforderlich. Die Entscheidung liegt aber immer bei dem Patienten, nach dem er über die Möglichkeiten hinreichend informiert wurde.

Die Implantation wird im Allgemeinen unter lokaler Betäubung eingesetzt, infolgedessen haben die Patienten nur ein taubes Gefühl im Mund (Druckgefühl, Vibration), aber keine Schmerzen. Je nach Art der Behandlung sowie nach individuellen Umständen können Schmerzen in den ersten Tagen nach der Operation auftreten. Diese können aber mit Schmerzmitteln und Kühlung gelindert werden. In bestimmten Fällen soll eine Operation durchgeführt werden, andermal werden die Implantate ohne Schnitt mithilfe einer digital geplanten Schablone eingesetzt. Im letzteren Fall haben die Patienten nur wenig oder gar keine Beschwerde.

In der Regel wird das Implantatbett mit aufsteigenden Bohrergrößen aufbereitet, danach wird die Zahnwurzel eingedreht. Dieser Eingriff dauert im Allgemeinen ca.15 Minuten, aber in speziellen Fällen kann er sogar mehrere Stunden sein. In Einzelfällen kann die Implantation zusammen mit der Zahnextraktion durchgeführt werden, wenn das Implantat sofort an der Stelle des entfernten Zahnes eingesetzt wird. Dadurch soll der Patient keinem weiteren Eingriff unterzogen werden und Gewebe können meistens so bestmöglich gestützt werden.

Die erreichte Stabilität und sonstige Fakten bestimmen die nachfolgenden Maßnahmen, wann das Implantat belastet werden kann. In Ausnahmefällen kann zu einer Sofortbelastung kommen. D.h. an dem Tag oder an den nächstfolgenden Tagen der Operation wird es riskiert, dass das Implantat mit einer provisorischen Krone versorgt wird, jedoch unter der Bedingung, dass diese keiner Kaubelastung ausgesetzt ist.

Im Regelfall folgt nach der Operation 2 bis 5 Monate Einheilphase, während das Implantat unter dem Zahnfleisch einheilen kann. Nach der Einheilzeit kommt wieder einen kleinen Eingriff, die Implantatfreilegung. Eine sogenannte Einheilkappe wird in das Implantat eingefügt (wenn Ihr Zahnarzt so bestimmt, kann dieses Verfahren gleichzeitig mit der Operation durchgeführt werden). Diese Einheilkappe sorgt dafür, dass eine Art Verbindung zwischen dem Implantat und der „Außenwelt“, sowie eine passende Form des Weichgewebes im Zahnfleisch herstellt werden könnte. Hierzu ist wichtig zu erwähnen, dass auch defekte Zahnfleisch (nicht ausreichende Menge oder Qualität) kann mit unterschiedlichen Verfahren korrigiert werden, um einen langfristigen Erfolg zu erreichen.

Man muss sich keine Sorgen machen, wenn das Knochengewebe nicht ausreicht, um das  Implantat  fest zu verankern. Es gibt zahlreiche zuverlässige Verfahren für einen Knochenaufbau, wie Kiefernhöhlenoperation, Knochenblock-Transplantation usw. Zum Knochenaufbau kann körpereigenes Knochenmaterial oder künstliches Knochenersatzmaterial oder die Kombination von den beiden verwendet werden. In der Regel ist neben dem körnigen Knochenersatzmaterial die Verwendung der sogenannten Membranen nötig, die grundsätzlich aus tierischen Knochen gewonnen wurden und die sich von selber auflösen.  Relativ selten verwenden wir nicht auflösende Membrane aus Teflon/Titan, die beim Einsetzten des Implantates entfernt werden.  Diese Membrane können mit Titannieten-und Schrauben befestigt werden, die nicht in jedem Fall entfernt werden sollen, da sie keine Probleme verursachen. Der Grund dafür ist, dass wir solche Gewebe nicht zerstören wollen, die nicht unbedingt betroffen sind. Häufig stellt sich die Frage, ob das Implantat oder andere Metalle im Mund bei der Flughafenkontrolle Alarm auslösen. Die Antwort ist eindeutig Nein.

Wir können nicht genug hervorheben, wie wichtig bei einer Implantation die richtige Mundhygiene und die Benutzung von speziellen Zahnreinigungsmitteln wie spezielle  Zahnseiden und Zahnzwischenraumbürsten sind.

Wie beim Autoservice, unsere Zahnersätze sollen auch regelmäßig kontrolliert und behandelt werden. Falls das Implantat verschraubt (mit Schrauben befestigt) und nicht zementiert wurde, lohnt es sich, in regelmäßigen Abständen den Ersatz zu entfernen und die Implantate kontrollieren zu lassen. Falls es nötig ist, den Ersatz (z.B. Implantatkrone) reinigen zu lassen und die Schrauben erneut zu befestigen oder zu aktivieren. Diese Behandlungen werden in enger Zusammenarbeit von unseren Zahnärzten und Dentalhygienikern durchgeführt werden. Nach der Befestigung ist eine halbjährliche Kontrolle unerlässlich. Im Späteren – wenn keine Probleme auftreten – reicht es, Ihre Zähne jährlich kontrollieren und reinigen zu lassen.